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Bulgarien

Durch Bulgarien nach Rumänien?

August und September 2019

Bulgarien werden wir wohl für immer mit Einem verbinden: Mit Warten.
Eigentlich…
Ja eigentlich wollten wir Bulgarien zügig durchfahren. Was hatte ich mich erkundigt über Rumänien, über die wilden Karpaten, über die Gipfel, über die Wanderrouten dort, über Bärenkontakte. Bracov, Kronstadt wäre unser erstes Ziel gewesen.
Wäre…

Nun ja. Aus dem zügigen Passieren Bulgariens ist ein Pausieren geworden oder eher gesagt ein Abwarten.
Wer weiß, wozu das gut war. Vielleicht wären wir von Bären gefressen worden, hätten wir Rumänien erreicht.
Das haben wir nicht. Also nicht in diesem Jahr.

Aber mal von vorne:

14. August 2019

Die Schweinegrippe bringen wir nicht ins Land, gut desinfiziert passieren wir am 14. August die Grenze nach Bulgarien und verlassen die Türkei.
Und weil es schon dunkel ist kommen wir auch gleich zum Stehen. Was eigentlich als Notplatz für die Nacht gedacht war, entpuppt sich als super Stellplatz.
Man fühlt sich wieder heimisch: Eine Wanderhütte mit Grillplatz unter herrlichem Mischwald. Und drei Kilometer entfernt befindet sich ein Bulgarisches Stonehenge: Die Kultstätte Mishkova Niva, ein Heiligtum aus der Antike.

Die Fahrt an der Küste entlang Richtung Norden beginnt tatsächlich zügig. Wir finden auch keinen  lohnenswerten Platz zum Verweilen und schaffen am ersten Tag die Hälfte der Küstenlinie.
Und dabei bleibt es vorerst.

Hängegeranien in Blumenampeln über dem Mittelstreifen, H&M, Lidl, IKEA und tatsächlich Überholverbotsschilder!
Willkommen zurück in Europa.
Und schließlich noch das, was dort alltäglich ist: Stau!
Wir überlegen, wann das doch nochmal war mit dem letzten Stau, in dem wir standen.  Ist es zwei Jahre her?

Hinter der Stadt Byala rumpeln wir ausgefahrene Feldwege durch Weinberge Richtung Schwarzes Meer und finden einen der letzten naturbelassenen Strandabschnitte Bulgariens. Ein schönes Stück Schwarzmeerküste.

Blick nach rechts:

Blick nach links:

Blick von vorne:

Och ja, hier bleiben wir mal ein oder zwei Tage ………… So dachten wir.

Man hat schließlich einen gigantischen Sonnenaufgang vor der „Haus“türe.

Richtung Süden sieht man fast keine Menschenseele mehr an dem schmalen Sandstreifen unter den steilen Klippen.

Kilometerlang kann man hier laufen. Lediglich ein „Robinson Crusoe“ lebt hier….

Ebenso auffallend an diesem Küstenabbschnitt ist der alte Mann und das Meer:

Wir haben die größten, furchteinflößendsten Hirtenhunde überlebt, den kroatischen Karsthund, den slowenischen Krasevec, den türkischen Kangal, den riesigen Sarplaninac aus Mazedonien, auch den Wadihund im Oman und nicht zuletzt die hungrigen Wilden überall. Völlig unbeschadet, mit friedlicher Diplomatie.
Und dann so was:
Zwei „nette“ bulgarische Mischlinge mit rosa farbenen Halsbändern nehmen das Beschützen ihres Wohnwagens zu ernst und stürzen sich auf unseren Pepe. Schnell ist es passiert. Anständiger Weise kein Biss aber irgendetwas hat Pepes Bauch gerammt. Das Resultat: Ein Bruch. Eine Hernie, sprich eine Beule am Bauch. Blöderweise sind beide Hunde gerade geimpft worden. Wir müssen zwei Wochen warten bis zur OP damit das Immunsystem wieder wohl auf ist.
In keiner Weise als störend empfunden, lebt es sich auch gut mit Hernie. Der Kobold ist heiter wie immer also machen wir das Beste draus und genießen das Strandleben.

Und warten auf den OP Termin.

Wir lächeln, wie gewohnt jeden an, den wir treffen und werden manchmal angeguckt als ob wir nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten.
Wir tun uns schwer mit der Mentalität hier nach all den Ländern der Herzlichkeit. Eine komische Grundstimmung meinen wir hier wahr zu nehmen.
Kommen wir ins Gespräch mit Einheimischen, kommen die Gründe des Missmuts hier im Lande oft zur Sprache. Hohe Arbeitslosigkeit und eine im weltweiten Vergleich höchste Abwanderungsrate.
Das Armenhaus der EU, sagt man von sich selbst.

Wir laufen durch Varna, durch Gesichter mit Mundwinkeln nach unten gezogen und es stellt sich unweigerlich schlechte Laune ein.

Selbstverständlich gibt es überall herzliche Menschen und im Nachhinein können wir sagen, wieder sehr viele davon angezogen zu haben, dass uns Bulgarien Spaß machte.

Diese Herrschaften beispielsweise haben sich als Hippies vorgestellt. Ihr Zelt fällt aus den Nähten.

Wir kommen uns näher. Emi und Rado. Rado ist Internist.

Neben gutem Palatschinken kann Rado auch guten Wein machen. Wir werden eingeladen in seine Heimat. „Come to the Rodopa Mountains“ und man beschreibt uns das Gebirge im Süden Bulgariens, das sich bis Griechenland erstreckt.

Dann gibt es da noch Sepideh und Harmen. Ein Gemisch aus Niederlande und Iran. Digitalnomaden mit unbestimmtem Ziel und unbekannter Reisedauer. Die haben wir richtig lieb gewonnen.

Und tatsächlich haben die beiden bald einen Pflegehund im Gespann. Luna.

Von Melanie übernommen, der ansässigen, hundesammelnden Pflegemutter.

Und so bleiben wir hier stehen und es wird irgendwann so, dass man gar nicht mehr gehen will.
Es ist ein besonderer Ort.

Das finden auch unsere Hunde:

Unser Sonnenschirm passt mal wieder zu uns. Sein desolater Zustand erfordert einen Neukauf.

Selbstverständlich gilt diese Anschaffung in erster Linie den Lordschaften:

Ein letzter Abend zusammen:

Jetzt ist es bereits September geworden.

Pepe wird in Varna operiert und ich muss sagen, dass mich währenddessen grausame Ängste plagen. Trotz Kompetenz des Arztes. Zur Ablenkung kaufe ich völlig unsinniges Zeug ein.
Gott sei Dank war es nur ein „1-Lew-Shop“.
Unbegründet die Angst. Pepe ist kurz nach dem Erwachen aus der Narkose wieder der Alte und nimmt unverzüglich die Nahrungssuche mit der Nase auf dem Boden auf.

Obwohl wir den Städten wenig abgewinnen können ist unser Stellplatz hier am Strand gar nicht so schlecht und wir lernen wieder Gleichgesinnte kennen.

Von hier aus tippeln wir täglich zum Tierarzt zur Wundkontrolle.

Wenn da nicht gewesen wäre die neurotische Leck-Wut des elenden Spaniers.
Natürlich legen wir dem Operierten zum Schutze der Wunde einen Overall an.
Was lernt der Kaspar?
Dass man ihn von dem elenden Stoffkorsett befreit
wenn es vom Lecken durchgeweicht ist
oder wenn man gar rein pieselt…!

Zur Krönung lernt man dann noch, sich des Nachts dem störenden Teil zu entledigen. Man muss dazu wohlgemerkt drei Druckknöpfe öffnen.
In jedem Falle erwachen wir am fünften Tag nach der Operation mit dem Blick auf einen freudig dahinschleckenden Pepe, der im Morgengrauen auf seinem ausgezogenen Overall liegt und sich seine Fäden zieht.

Es zieht sich folglich alles etwas in die Länge, das mit der Wundheilung. Wir tippeln weiter jeden Tag zur Kontrolle beim Arzt.
Und warten.
Und weil wir so warten, bestellen wir doch gleich etwas aus Deutschland mit der Post weil wir sowieso warten müssen.

Pepes Genesung ist schließlich irgendwann abgeschlossen da uns das Anlegen eines runden Nackenkissens rettet. Mit acht festen Knoten am Halsband!

Ob ich das toll finde?

 

 

 

OK, Arrangiert!

Die Murmeltiere sind auch mal wieder bei uns. Und wir lernen Emma und ihre Familie kennen. Emma ist meine zukünftige Arbeitgeberin 😉
Sie möchte ein Hotel für Tiere eröffnen wenn sie „groß“ ist:

Pepes Wunde ist verheilt, unser Paket verschollen.
Wir warten weiter.

Am dreizehnten Tage in Varna beschließen wir, einen Campingplatz aufzusuchen. Schließlich braucht man mal Abwechslung und saubere Wäsche.

Eco Club heißt der Platz. Er erweist sich als Traumplatz.

Wir stehen sozusagen auf dem Balkon über dem schwarzen Meer. Inklusive Yoga Terrasse:

Hier kann man sitzen und sitzen und sitzen und sitzen…….

Unterbrochen wird der idyllische Aufenthalt lediglich durch Taxifahrten zur Poststation in Varna, wo man uns mehrfach mitteilt, dass unser Paket mit seiner Nummer hier in Bulgarien nicht existiert.

Wir Warten dennoch.

Am Strand steht Einer mit einem verlockend dämlichen Angebot:
Eine Heilschlamm-Packung verspricht eine Verjüngung von zehn Jahren….
Nun ja, er muss ja auch was verdienen:

Es ist fast Ende September, da schlägt das Wetter um. Ein Temperatursturz von 35 Grad Celsius auf 20. Die Lust auf die Karpaten schwindet gänzlich.

Da kommt unser Paket!!!!!!!!!
Fassungslos stehe ich in der überfüllten, kleinen Poststation und nehme es entgegen, registriere mein Glück und kreische schließlich unaufhörlich “mein Paket ist da, mein Paket ist da”, das viereckige Glück in die Höhe haltend, tanzend durch die wartenden Bulgaren Richtung Ausgang.
Ich sorge für positive Grundstimmung in diesem Land.
Tatsächlich schaffe ich es, fast alle herunterhängenden Mundwinkel um mich herum in Lächeln zu verwandeln.

Wir ändern die Pläne, sagen Rumänien und die Bären ab und planen die Strecke zurück in den Süden. In Griechenland hat sich etwas ergeben und in den Rhodopen wartet man auch auf uns.

Nun ja. Immerhin haben wir drei Stellplätze zu verzeichnen innerhalb unserer fast 6-wöchigen „zügigen“ Durchfahrt durch Bulgarien 😉

Das Wetter umgeschlagen, geht es mit dem Paket an Bord  Richtung Innenland.
Ein letzter Blick auf das nun wirklich schwarze Meer:

Unser erster ernsthafter Stellplatz hinter einer Stadt namens Sliwen, an der wir wieder einmal so gar nichts Schönes finden. Ich lese etwas über Parkplatz am Sessellift mit Wanderwegen. Und tatsächlich: Das lohnt sich. Also für mich Wander-Nuss.

Was hab‘ ich für Männer!?
Der mit den zwei Beinen läuft sowieso nicht, der Alte mit den vier Beinen beguckt sich die Packerei des Rucksacks und analysiert bedrohliche Situation, Warnstufe rot. Nicht wegzubewegen ist er. Pepe als einzig Treuer sucht sich alle zehn Meter ein schützendes Laubdach auf. Es nieselt ein wenig.

Ein Paradies für Wanderwütige und keine Sau da außer mir und Pepe. Und wenn man da so alleine rum klettert, kommen mir plötzlich Szenen des Bergdoktors in den Sinn und die vielen Abgestürzten, die das Geröll hinunter rollen und mit ausgekugelten Schultern oder klaffenden Wunden, tagelang verschollen auf den rettenden, gelben Helikopter warten…………….
Ich werde alt!

Plovdiv, unser nächstes Ziel.
Unbedingt sehenswert, so sagen alle Einheimischen.

Plovdiv ist die älteste Stadt Europas und soll zu den 10 schönsten antiken Städten der Welt zählen.

Am Stadtrand kein Unterschied zu den anderen sozialistischen Einheitsstädten: Plattenbauten, Wohnsilos, Paradestraßen.

Im Stadtzentrum müssen wir notgedrungen auf einem Grünstreifen am Fluss halten. Für uns geht es da nicht weiter, die Brückendurchfahrt ist zu niedrig. Selbstverständlich produzieren wir wieder einen Stau und einen Ehekrieg.
Schweißgebadet bleiben wir schließlich einfach stehen, da auf dem Grünstreifen.

Und trappeln schließlich zu viert los, über die Brücke Richtung schönste antike Stadt.

Landen zunächst auf der langen Fußgängerzone. Ein anderes Bulgarien lernen wir kennen. Exquisit, modern, gepflegt, lebhaft. Herausgeputzt. Schließlich ist Plovdiv 2019 Kulturhauptstadt Europas.
Ich komme mir vor wie in meiner Heimatstadt Heidelberg. Allerdings ohne die schrecklichen Ladenketten.

Eine Moschee gibt es auch hier:

Unter der langen Fußgängerzone verbirgt sich ein römisches Stadion, immer wieder freigelegt und sichtbar gemacht.

Wir durchlaufen die Altstadt. Hier trifft man auf verschiedene historische Epochen, Thrakische, Römische, Mittelalter, Renaissance..
Mitten im Stadtgewimmel ein Römisches Theater.

Wir müssen gestehen, die Stadt hat uns nicht vom Hocker gehauen.

Und wir kommen zu einer fürchterlichen Erkenntnis: Unsere Hunde sind von der Reise im „Outback“ völlig verdorben. Untauglich für einen zivilisierten Stadtspaziergang mit ordentlicher Leinenführung.
Vergessen, Verlernt!
Pepe zerrt nach links Richtung Mülltonne, Gizmo zerrt nach rechts und steht schon auf der Türschwelle eines Bistros. So geht das unaufhörlich da meine Konzentration eher dem Aufspüren von Sehenswürdigkeiten gilt.

Mit der festen Absicht, die Hundeerziehung wieder aufleben zu lassen, sitzen wir bald erschöpft im Wombat und suchen einen Stellplatz außerhalb der Stadt.

Einmal wieder wird spontan der Reiseplan geändert.
Die Wanderwege in den Rhodopen sollen vielerorts gesperrt sein. Man soll es nicht glauben: Wegen der Schweinepest!

Alternativ wäre da das höher gelegene Rila- und Pirin Gebirge. Über der Baumgrenze fühle ich mich sowieso wohler,  kurzentschlossen sagen wir den Rhodopen ab und steuern Borovec an im Rila Gebirge.

Nun, eigentlich sind wir hier gelandet weil ich den Musala besteigen wollte. Eine nicht so schwierige Tour mit Hilfe der Seilbahn, die einem die Hälfte der Höhe abnimmt. Wir landen in einem Skigebiet. Diese Orte sind ohne Schnee bekanntlich meistens hässlich.

Ernüchterung: Ende September, Ende Saison, Ende Liftbetrieb.

Bis zum Gipfel schafft man es nicht an einem Tag.
Es bleiben die Wanderwege im unteren Bereich, im tiefsten Tannengrün. Laut Karte gibt es hier einige Mountainbike Trails, bunt markiert.
„Prima. Du kannst Dein E-Bike nehmen und ich laufe“ sage ich noch zu Achim und scheuche ihn die Berge hoch.

Achim flucht und irgendwann fange auch ich an, an der Fahrbarkeit der steilen, unwegsamen Trails zweifeln.
Als dann noch ein Ast Achims Schienbein „ankratzt“, beschließen wir, uns zu trennen.
Mit einem provisorischen Druckverband aus einer Kot-Tüte rattert Achim wieder nach unten während ich mit den Hunden weiter da hoch kreuche.

Der „rhodesische“ Lord schließt sich dem Rest der Mannschaft  tatsächlich mit Freuden an. Es herrschen wohl endlich die für ihn angemessenen Temperaturen für eine körperliche Ertüchtigung.

Langsam wird mir klar, was das hier ist. Ein reiner Downhill-Trail!
Zur Erklärung für die ältere Generation: Man rast auf einem Fahrrad mit einer Eishockeymontur am Leibe über meterhohe Rampen und Geröll die Hänge hinab um dem Nirwana näher zu kommen.

Bergauf Fahren, das tut man heutzutage wohl nicht mehr.

Ohne Lift kommt hier natürlich niemand runter gerast weil niemand hoch kam.
Ein Glück für uns!

Ich persönlich würde mein Fahrrad an manchen Stellen abseilen!

Die milde Umgehung der Hindernisse wird doch tatsächlich mit einem Küken markiert:

Das Küken wandert mit seinen Hunden weiter durch dichten Nadelwald ohne Bergpanorama. Wie durch den Schwarzwald eben….

Die sieben Rila Seen:

Auf die trifft man immer wenn man Google nach Wanderungen im Rila Gebirge fragt.
Knappe 40 Kilometer weiter röhren wir durch tiefstes Tannengrün auf etwa 1700 Höhenmeter und parken auf dem Wanderparkplatz vor dem Lift, welcher in das verheißungsvolle Gebiet führt.

Blöderweise ist der Lift ein Sessellift und ich bereite mich mental vor, alleine da oben rumzukraxeln.
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es enden würde, nähmen wir unsere Hunde mit nach oben…

Es kommt anders: Ich leihe mir mal wieder einen Mann für die Gipfel: Patrik aus der Schweiz.
Der trudelt beim Parkplatz ein und ist uns gleich sympathisch: Im Auto lediglich ein Bett und zwei Fahrräder!

Später stellt sich heraus, dass ich mit einem Fast-Weltmeister im BMX-Fahren in den Bergen herumgekraxelt bin..

Mit dem Sessellift also nach oben und zunächst trüben Wolken den Blick beim ersten Ausguck auf See Eins und Zwei:

Je höher, desto heller. Die Sonne kommt durch.
Drei, Vier..

Fünf.. 
Man kann nicht aufhören zu gucken und zu fotografieren:

Wir treffen einen Reiseführer, der uns einen Gipfel empfiehlt mit dem Blick auf alle sieben Seen. Also weiter gekraxelt:

.. sechs..

.. und da sitzen wir schließlich ganz weit oben, auf der Otowizaspitze:
Sieben!

Über den Sattel geht es zurück:

Unter die Baumgrenze..

Zum Einkehrschwung:

Ich muss sagen, eine der faszinierendsten Wanderungen, die ich je gemacht habe.

Achim beglückt uns auf dem Parkplatz mit einer gebratenen Schweinelende. Fast in Vergessenheit geraten ist, wie so etwas schmeckt…

Der Besuch dieser sieben Seen ist ein Highlight unserer Bulgarienreise. Das vorerst letzte Kaiserwetter hat uns da oben beglückt.
Ein Tiefdruckgebiet sucht uns heim.

Wir nutzen den Regentag für die Fahrt bis Melnik, so ziemlich im Süden Bulgariens Richtung griechischer Grenze.
Wir kommen an, eine Weingegend, nette Dörfer, hier wird die Tradition gepflegt. Hier hat uns Bulgarien richtig gut gefallen.

In Melnik decke ich mich ein mit einem regionalen Rotwein, an dem man sich gnadenlos besüffeln könnte.
Zum Stehen kommen wir unterhalb des Roschen Klosters, auf der anderen Seite des Wandergebiets, das durch Sandsteinpyramiden führt.

So sieht das aus, als wir ankommen:

  

“Geht’s bald endlich wieder woanders hin?”

 

“Ja. Ins Ziegenland.”

 

 

Und so sieht es am nächsten Tag aus:

Durch die Sandsteinpyramiden führt ein Wanderweg nach Melnik:

Melnik, die kleinste Stadt Bulgariens. Nach ihr ist der dunkelrote Melnik-Wein benannt, welcher in der Gegend angebaut wird. Die Stadt steht unter Denkmalschutz und auf den Stein bepflasterten Gassen tummeln sich noch ein paar Chinesen, die letzten Mohikaner vor Ende der Saison.

Wir stehen auf unserer Wiese unterhalb des Klosters, umgeben von Pferden und mit goldenem Bergpanorama am Abend. Der Platz fühlt sich gut an.

Wir sind die einzigen Gäste unten im Dorf. Traditionelle Bulgarische Küche unter Tonkrügen und roten Tischdecken. So haben wir uns Bulgarien vorgestellt.

Nachdem mein Mountainbike mobilisiert und vom Sande Omans befreit ist, der Blogbericht fertiggestellt und die Wanderrouten erkundet sind, geht es Richtung Süden weiter:

Griechenland wartet auf uns!

NACHTRAG:

So wie es bei uns eben manchmal ist: Sprunghaft überraschend.

Wir stehen kurz vor der Grenze nach Griechenland und suhlen uns in schwefligem Matsch mit Blick auf die Gipfel des Pirin Gebirges. Die Entgiftung geht voran und am zweiten Tag ist es nicht mehr auszuhalten vor schönem Wetter.
„Achim! Wir müssen nochmal umdrehen. Das muss man doch ausnutzen da oben!“

Gesagt, getan. Die Ziegen müssen warten und drei Stunden später stehen wir in Bansko am Fuße der Fast-Dreitausender. Auch ein Skigebiet aber nett, auch ohne Schnee.

Bis zur Wichren Hütte knattert Achim hinauf am nächsten Tag. Die Hunde wollen mit mir laufen. Meine ich zu spüren.

Hier oben stehen wir. Bei Kaiser Wetter. Es gibt kaum einen besseren Platz zum Austoben.

Direkt über uns der Wichren mit seinen 2940 Metern wollen hier alle rauf weil er eben einer der höchsten ist.

An einem Sonntag fädle ich mich ein in die paar Dutzend andere Bekloppte.

Bis zum Grad und schon ein fantastischer Ausblick:

 Und dann der Aufstieg.

Ein Außerirdischer, der sich aus der Ferne die Welt betrachtet, würde diese Aktion in Frage stellen.

Auf dem Gipfel ist es schon gigantisch. Ich bin nicht allein. Die anderen Bunten sorgen zumindest für Abwechslung auf den Fotos und ich muss meine Gedanken nicht dem Bergdoktor widmen.

Ich winke zu Achim runter….

Den Nordhang runter ist man wieder alleine. Hier hängt eine Kette zum Hangeln. Was ich als (fast) Einzige wohl nicht wusste.


Aber auf der anderen Seite hat man noch mal tolle Ausblicke auf den Wichren.

Der Abstieg:

Tag zwei da oben:

Gizmo und Pepe, nicht mehr nachtragend von der letzten gemeinsamen Tortur folgen mir. Es geht in die andere Richtung zu den Seen. Den Wichren sehen wir heute von unten:

 Und den Vierten im Bunde treffen wir beim Einkehren:

Mittlerweile stehen wir eine Hütte tiefer. An der Banderitza Hütte.

Von hier aus geht es hoch zu den anderen Gipfeln: Kutelo 1 und 2:

Und da es kein Sonntag ist heute, keiner da außer mir und dem Bergdoktor …
Schade, denn eigentlich wollte ich den Sattel laufen, den man “The horse” nennt.

Mir stehen die Haare zu Berge 😉

Aber es wird sowieso bald dunkel…. Zeit zum Umdrehen….

So, und nun sind endlich alle müde und ausgelastet. Es geht nach Griechenland weiter!